Langzeit-Blutdruck-Messung

Bluthochdruck ist das häufigste Problem in der inneren Medizin überhaupt. Der Blutdruck ist der Druck in den Blutgefäßen und Herzkammern. Er hängt von der Herzleistung, dem Gefäßwiderstand und verschiedenen, komplizierten Regelsystemen ab. Abhängig von vielfachen äußeren Einflüssen schwankt der Blutdruck bei jedem Menschen sehr stark, so sind Schwankungen von +/- 30 mmHg keine Seltenheit.
Zu hohen Blutdruck merkt man in aller Regel nicht, deshalb wird er fast immer in seiner Gefährlichkeit unterschätzt.

Was ist aber so gefährlich daran?

Die meisten Leute, die mit innerer Medizin nichts zu tun haben, stellen sich den menschlichen Blutkreislauf so ähnlich vor wie einen Heizkreislauf: irgendwo arbeitet eine Pumpe, dann gibt es einen geschlossenen Kreislauf von Rohren, in denen Flüssigkeit zirkuliert, und im System herrscht dann eben ein gewisser Druck (hier kann man sich vielleicht noch ein Manometer dazu denken, das den Druck anzeigt). Übersteigt der Druck einen gewissen Wert (der Zeiger des Manometers wandert in den roten Bereich), dann wird es gefährlich: ein Gefäß könnte platzen oder sonst etwas passieren.

Ein falsches Modell! Der momentane Druck ist keineswegs so gefährlich, wie man gemeinhin annimmt. Die Gefäße sind (mehr oder weniger) elastisch und halten im Regelfall ganz erstaunliche Spitzendrucke aus.

Das Gefährliche ist vielmehr der durchschnittliche Blutdruck, wenn er nach oben auswandert. Er bewirkt langfristige (d.h. über Monate und Jahre ablaufende) Veränderungen in den Gefäßwänden, und diese bedeuten wiederum erhöhte Gefahr für Schlaganfall, Herzinfarkt, Schaufensterkrankheit usw. Ein Anstieg des durchschnittlichen Blutdrucks um 5 mmHg (also z.B. von 80 auf 85) bedeutet dabei eine Vervierfachung des Schlaganfallrisikos, eine Erhöhung um 10 mmHg eine Versechzehnfachung, eine Erhöhung um 15 mmHg eine Vervierundsechzigfachung des Risikos!

Hauptproblem bei der Bewertung von einzelnen Blutdruckmessungen ist die Beantwortung der Frage:
ist der Durchschnittsblutdruckwert nun erhöht oder nicht?
In ersterem Fall ist eine lebenslange (!) Behandlung sinnvoll, im zweiten Fall aber keineswegs!

Wie funktioniert eine Langzeit-Blutdruckmessung?

Bei einer Langzeit-Blutdruckmessung wird der Blutdruck über einen Zeitraum von etwa 24 Stunden mit einem geeichten Gerät regelmäßig gemessen und danach per Computerauswertung ein Blutdruck-Profil erstellt.

Das Funktionsprinzip einer Langzeit-Blutdruckmessung ist das Gleiche wie bei einer gewöhnlichen Blutdruckmessung. Eine Manschette wird am Oberarm etwa zwei Finger breit oberhalb der Ellenbeuge angelegt und solange aufgepumpt, bis der Oberarm kein Blut mehr durchlässt. Durch Ablassen der Luft vermindert sich der Druck in der Manschette und das Herz presst ab einem bestimmten Druck wieder Blut in die zusammengedrückte Arterie. Ein Gerät misst diese Werte und speichert sie. Tagsüber wird der Blutdruck alle 15 Minuten, nachts alle 30 Minuten gemessen.

Wozu dient die Langzeit-Blutdruckmessung?

Diese Untersuchung wird in folgenden Fällen durchgeführt:

•  Bei Verdacht auf "Praxishochdruck" (Weißkittelsyndrom): Hier kommt es durch psychischen Stress infolge des Arztbesuches zu kurzfristiger Blutdruckerhöhung; eine 24-Stunden-Blutdruckmessung kann einen Bluthochdruck bestätigen oder ausschließen.
•  Zur Erfolgskontrolle einer medikamentösen Therapie von Bluthochdruck.
•  Bei Verdacht auf krisenhafte Blutdruckanstiege bei sonst normalen Gelegenheitswerten.
•  Bei Verdacht auf einen veränderten Tag-Nacht-Rhythmus: Der Blutdruck schwankt je nach Tageszeit und ist normalerweise nachts niedriger als tagsüber; bei bestimmten Erkrankungen ist dieser Rhythmus gestört.

Erfahren Sie mehr über Bluthochdruck unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Bluthochdruck



 



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