Schilddrüsenuntersuchung


Jahrhundertelang war das Bild der Alpenbewohnern und –innen geprägt von riesigen Kröpfen.
Bereits aus der römischen Zeit sind Überlieferungen bekannt, die das vermehrte Auftreten von Schilddrüsenvergrößerungen in der Alpenregion beschreiben. Obwohl Kröpfe damals erfolgreich mit Hilfe von Algen, Meertangasche oder getrocknetem Meerschwamm behandelt wurden, gaben sie der Wissenschaft lange Zeit Rätsel auf.

Erst seit dem 19. Jahrhundert ist der Zusammenhang mit Jodmangel nachgewiesen. Da während der letzten Eiszeit Jod aus den Berggebieten ausgewaschen wurde, und aufgrund des jahrhundertelang betriebenen Ackerbaus sind sowohl alpine Böden als auch Pflanzen und Trinkwasser sehr jodarm. Einige Regionen sind besonders stark betroffen: In der Steiermark, damals bekannt als das „Land der Kropferten“, hatte noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Hälfte der Einwohner einen Kropf.

Wie sieht eine zeitgemäße Abklärung der Schilddrüse aus?

Die Abklärung der Schilddrüse besteht aus dem ärztlichem Gespräch, der physikalischen Untersuchung (dem „Tastbefund“), der Bestimmung der Schilddrüsenhormone (Blutabnahme) und der Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse. Dies ist in etwa 90% aller Fälle ausreichend, um die Schilddrüse vollständig abzuklären. Die Untersuchung wird vollständig in unserer Praxis durchgeführt und wird zur Gänze von den Krankenkassen übernommen.

Wann ist eine Szintigraphie erforderlich?

Bei der Szintigraphie wird eine schwach radioaktive Substanz (meistens 99m-Technetium) in eine Vene gespritzt. Anschließend wird die Verteilung dieser Substanz in der Schilddrüse gemessen. Sinnvoll ist diese Untersuchung nur, wenn bei der Ultraschalluntersuchung ein oder mehrere Knoten von mindestens 12 mm Durchmesser festgestellt wurden. Man kann im Szintigramm sehen, ob die Knoten eigenständig zuviel Schilddrüsenhormon produzieren und den Körper schädigen ("heiße" Knoten), aus nicht funktionierenden Zellen bestehen und ein erhöhtes Entartungsrisiko haben ("kalte" Knoten), oder ob sie aus ganz normalem Gewebe bestehen und harmlos sind.

Achtung:
für die Basisdiagnostik der Schilddrüse ist die Szintigrafie vollkommen überflüssig, dennoch wird sie in Österreich – auch ohne klare Indikation - viel zu häufig durchgeführt! Immerhin bewirkt die Szintigrafie eine Strahlenexposition in der Höhe einer einfachen Röntgenaufnahme (etwa 0,5 mSv).

Ein normaler basaler TSH-Wert und ein normaler Ultraschall schließen das Vorliegen einer SD-Erkrankung nahezu aus.


 
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